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Gesundheit & Wohlbefinden

Ausfluss in der Schwangerschaft – Normal oder ein Grund zur Sorge?

Inhaltsverzeichnis:

In der Schwangerschaft tut sich einiges in deinem Körper und bestimmt beobachtest du die vielen großen und kleinen Veränderungen ganz aufmerksam. Da kommen schnell einmal Unsicherheiten auf. Noch dazu sind viele Themen, die unseren Körper betreffen, mit Tabus belegt. Ein solches Thema, das viele Schwangere verunsichert, ist der vaginale Ausfluss in der Schwangerschaft

Bemerkst du vielleicht, dass du vermehrten Ausfluss hast? Oder haben sich die Farbe und Konsistenz des Ausflusses verändert? Wir verraten dir, was normal ist und wann du besser einen Arzt / eine Ärztin aufsuchen solltest.

Was ist vaginaler Ausfluss?

Weißer Ausfluss (Fluor vaginales oder Fluor genitalis) ist ganz normal – und sogar ein wichtiger Schutz. So enthält der Ausfluss Milchsäurebakterien, die zu einem leicht sauren Scheidenmilieu führen. Bei einer gesunden Frau hat der Ausfluss einen pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4. In einer solchen Umgebung haben Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger kaum eine Chance, sich zu vermehren.1

Gewöhnlich ist der Ausfluss weiß und geruchlos. Aufgrund seiner Farbe wird er auch als Weißfluss (Fluor albus) bezeichnet. Hat der Ausfluss jedoch einen übel riechenden Geruch oder verändert sich seine Farbe, so kann dies auf eine Erkrankung hindeuten.2

Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn sich die Menge des Ausflusses im Laufe deines Zyklus verändert. So ist die Sekretbildung zur Zeit des Eisprungs und kurz vor der Regelblutung am stärksten. Zurückzuführen ist dies auf die vermehrte Bildung des Hormons Östrogen.3 Grundsätzlich ist die Stärke des Ausflusses von Frau zu Frau unterschiedlich.4

Ausfluss in der Schwangerschaft – Ist das normal?

Auch während der Schwangerschaft ist es ganz normal, wenn du einen weißen Ausfluss feststellst. Oftmals ist der Ausfluss in der Schwangerschaft sogar verstärkt. Dies lässt sich auf die Schwangerschaftshormone zurückführen. Besonders das Hormon Östrogen führt dazu, dass die Scheide stärker durchblutet wird. Dies wiederum regt die Sekretdrüsen der Vagina an und es wird mehr Scheidensekret gebildet.5, 6 Es ist demnach normal, wenn du als Schwangere einen stärkeren Ausfluss bei dir feststellst. Wichtig ist nur, darauf zu achten, ob sich die Farbe oder Konsistenz des Ausflusses verändern.

Kann weißer Ausfluss ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein?

Wie bereits erwähnt, ist die Sekretbildung in den ersten Wochen der Schwangerschaft bei vielen Frauen aufgrund des Hormons Östrogen erhöht. Demnach kann es tatsächlich ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein, wenn du bei dir mehr Ausfluss feststellst. Grundsätzlich ist die Menge des Scheidensekrets sehr individuell und von Frau zu Frau verschieden. Es kommt also darauf an, wie viel Ausfluss bei dir vor der möglichen Schwangerschaft „normal“ war.

Vermehrter Ausfluss kann jedoch auch viele andere Ursachen haben. Wirkliche Gewissheit, ob du schwanger bist oder nicht, kann dir daher nur ein handelsüblicher Schwangerschaftstest oder ein Bluttest (Bestimmung des HCG-Hormonspiegels im Blut) beim Frauenarzt / bei der Frauenärztin verschaffen.

Veränderter Ausfluss in der Schwangerschaft

Bei einer gesunden Frau ist der Ausfluss weiß und geruchlos. Es kann jedoch zu einer Veränderung der Farbe und der Konsistenz des vaginalen Ausflusses kommen. Nicht selten steckt dann eine Erkrankung dahinter. Da das Scheidenmilieu während der Schwangerschaft weniger sauer ist, besteht ein erhöhtes Risiko für vaginale Infektionen.7

Rosafarbener oder brauner Ausfluss

Bemerkst du zu Beginn der Schwangerschaft, dass sich dein Ausfluss rosa verfärbt, so könnte dies ein Zeichen für die Einnistungsblutung sein. Wenn sich der Embryo etwa eine Woche nach dem Eisprung8 in die Schleimhaut der Gebärmutter einnistet, können dabei kleinste Blutgefäße verletzt werden.9 Die Blutung sollte aber nur sehr leicht und nach kurzer Zeit wieder verschwunden sein.

In der Frühschwangerschaft kommen auch leichte Schmierblutungen häufig vor. Diese zeigen sich als bräunlicher Ausfluss.10 Auch im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kann es zu leichten Kontaktblutungen kommen, beispielsweise nach dem Geschlechtsverkehr oder einer vaginalen Untersuchung.11 Hierdurch kann sich der Ausfluss ebenfalls bräunlich verfärben.

Solltest du bei dir nicht nur braunen Ausfluss, sondern stärkere, anhaltende Blutungen feststellen, so wende dich bitte an deinen Gynäkologen / deine Gynäkologin.

Gräulicher, grünlicher oder gelblicher Ausfluss

Solltest du bei dir einen gelblichen oder grünlichen Ausfluss feststellen, so lasse dies unbedingt ärztlich abklären. Als Ursache für solche Verfärbung kommen Infektionen durch Pilze (z. B. Candida albicans) oder Bakterien (z. B. Gardnerellen) infrage. 

Häufig werden solche Infektionen durch weitere Symptome wie Brennen, Schmerzen, Juckreiz oder einen unangenehmen Geruch begleitet. Auch Erreger von Geschlechtskrankheiten wie Trichomonaden oder Chlamydien sind eine mögliche Ursache für derartige Symptome.12

Wann sollte ich bei Ausfluss in der Schwangerschaft zum Arzt / zur Ärztin gehen?

Bei folgenden Anzeichen solltest du einen Frauenarzt / eine Frauenärztin aufsuchen:13, 14

  • Grünliche, gräuliche oder gelbliche Verfärbung
  • Starke Zunahme des Ausflusses
  • Veränderte Konsistenz (z. B. krümelig oder sehr flüssig)
  • Unangenehmer Geruch (manchmal fischartig)
  • Juckreiz, Brennen oder Schmerzen im Unterleib, nach dem Geschlechterverkehr oder beim Wasserlassen.

Wie wird eine Scheideninfektion in der Schwangerschaft behandelt?

Die oben genannten Symptome können ein Hinweis auf eine Scheideninfektion sein. Dein Frauenarzt / deine Frauenärztin wird dich untersuchen und gegebenenfalls einen Abstrich machen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Pilzinfektionen

Pilzinfektionen zeichnen sich häufig durch ein Jucken oder Brennen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie einen krümeligen, weißen Ausfluss aus. Für das Ungeborene stellen sie gewöhnlich keine direkte Gefahr dar.15

Bist du schwanger, so wird die vaginale Pilzinfektion (Candidose) bei dir wahrscheinlich mit lokal wirkenden Medikamenten in Form von Zäpfchen oder Salben behandelt. Besonders in den letzten Wochen vor der Geburt ist es wichtig, die Pilzinfektion schnell zu behandeln, da der Erreger während der Geburt auf das Baby übertragen werden kann.16

Auch für die schwangere Frau ist es wichtig, dass die Scheidenpilzinfektion vor der Geburt behandelt wird. Das Gewebe der Vagina und des Damms sollten der starken Dehnung bei einer natürlichen, spontanen Geburt standhalten können. Eine Pilzinfektion kann die Gefahr für Geburtsverletzungen wie einen Dammriss des 3. oder 4. Grades erhöhen.

Bakterielle Infektionen

Gefährlicher für Schwangere sind bakterielle Scheideninfektionen. Studien belegen ein erhöhtes Risiko für vorzeitige Wehen und Fehlgeburten, falls die Infektion aufsteigt. Vor allem in den ersten Wochen der Schwangerschaft gilt eine solche Infektion als einer der Hauptrisikofaktoren für Frühgeburten.17, 18

Eine bakterielle Vaginose zeichnet sich meist durch weißen, grauen und dünnflüssigen Ausfluss aus, der fischartig riecht. Manchmal treten Symptome wie Juckreiz, Brennen oder Schmerzen im Unterbauch auf. Behandelt wird eine solche Erkrankung mit Antibiotika. Schwangere Frauen erhalten die Medikamente gewöhnlich als Scheidengel oder –creme.19, 20

Neben den Medikamenten zur Behandlung der Infektion kann dir dein Gynäkologe / deine Gynäkologin auch Vaginal-Tabletten mit milchsäurebildenden Bakterien verschreiben. Diese helfen, das saure Milieu der Scheide zu stabilisieren.21

Ausfluss, Urin oder Fruchtwasser – Woran erkenne ich den Unterschied?

In Hollywood-Filmen tritt das Fruchtwasser meist in einem großen Schwall aus, wenn die Fruchtblase plötzlich platzt. In einem solchen Fall ist es in der Regel sehr eindeutig, dass es sich bei der Flüssigkeit um Fruchtwasser handelt. Manchmal aber entweicht das Fruchtwasser nur tröpfchenweise, nämlich dann, wenn sich die Blase relativ weit oben öffnet. In so einem Fall ist es gar nicht so einfach, das Fruchtwasser von Urin oder Ausfluss zu unterscheiden.22 Fruchtwasser zeichnet sich dadurch aus, dass es dünnflüssig wie Wasser ist. Es erscheint klar und fast durchsichtig, manchmal auch leicht rosafarben.

Es gibt spezielle Teststreifen, die den pH-Wert am Scheidenausgang messen. Fruchtwasser weist einen deutlich höheren pH-Wert auf als Urin und Ausfluss, welche eher sauer sind.23 Wenn du dir unsicher bist: Wende dich am besten an deinen Frauenarzt / deine Frauenärztin oder an deine Hebamme.

Veränderter Ausfluss kurz vor dem ET

Steht dein Geburtstermin kurz bevor und du bemerkst auf einmal einen zähen, glasigen Ausfluss, der mit etwas Blut vermengt ist? Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um den Schleimpfropf. Dieser hatte während der Schwangerschaft den Muttermund verschlossen.

Dass mit dem Schleim auch etwas Blut austritt, ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Der Abgang des Schleimpfropfes gilt als einer der Vorboten der Geburt. Es wird nun nicht mehr lange dauern, bis du dein kleines Wunder in den Händen halten wirst.24

Intimhygiene in der Schwangerschaft

Wenn du schwanger bist, ist es ganz besonders wichtig, Scheideninfektionen vorzubeugen. Folgende Tipps können dir dabei helfen:25, 26

  • Reinige deinen Intimbereich nur mit klarem Wasser.
  • Verwende keine alkalische Seife, da diese den pH-Wert der Scheide verändern und somit Infektionen begünstigen kann. Herkömmliche Seife hat meist einen pH-Wert von 8 bis 11.27 Zwischen die Schamlippen sollte gar keine Seife gelangen. Sauberes Wasser reicht vollkommen aus und verändert das Scheidenmilieu nicht.28
  • Verzichte auf Intimsprays und Lotionen.
  • Auch dein Partner sollte auf eine angemessene Intimhygiene achten.
  • Trage atmungsaktive, locker sitzende Slips aus Baumwolle.
  • Ziehe nasse Badekleidung nach dem Schwimmen schnell aus.
  • Vorsicht bei fremden Toiletten. Es lohnt sich, Desinfektionstücher in der Handtasche zu haben, um die Toilettenbrillen zu reinigen.
  • Reduziere deinen Zuckerkonsum. Eine zuckerreiche Ernährung kann das Entstehen von Pilzinfektionen fördern.

Wie du siehst, ist weißer Ausfluss in der Schwangerschaft ganz normal. Solltest du jedoch Veränderungen in der Farbe, der Konsistenz oder im Geruch feststellen, so wende dich bitte an deinen Frauenarzt / deine Frauenärztin oder deine Hebamme.

Auch ist es ratsam, alle Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. So kann im Falle einer Infektion schnell reagiert werden.

  1. Berufsverband der Frauenärzte e.V. (2018) Ausfluss / Entzündung der Scheide. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  2. Berufsverband der Frauenärzte e.V. (2018) Ausfluss / Entzündung der Scheide. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  3. Berufsverband der Frauenärzte e.V. (2018) Ausfluss / Entzündung der Scheide. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  4. Thieme (2022) Fluor genitalis. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  5. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Beschwerden in der Schwangerschaft: Ausfluss. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  6. MSD Manual. Scheidenausfluss. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  7. Jahn-Zöhrens U (2011) Entspannt erleben. Schwangerschaft und Geburt. Trias Verlag, Stuttgart, 1. Auflage.
  8. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2016) Befruchtung und Einnistung (1. bis 4. Schwangerschaftswoche). Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  9. Murkoff H, & Mazel S (2014) Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen. mvg Verlag, München, 4. Auflage.
  10. Wagner K (2021) Richtig schwanger. Gräfe und Unzer Verlag, München, 1. Auflage.
  11. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Beschwerden in der Schwangerschaft: Blutungen und Zwischenblutungen. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  12. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2014) Risiken und Ursachen für Frühgeburten. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  13. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Beschwerden in der Schwangerschaft: Ausfluss. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  14. Holzer I (2019) Gefahr der Frühgeburt durch Scheideninfektionen. Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich 29(4): 151-151.
  15. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Krankheiten und Infektionen in der Schwangerschaft: Scheidenpilz-Infektion. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  16. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Krankheiten und Infektionen in der Schwangerschaft: Scheidenpilz-Infektion. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  17. Holzer I (2019) Gefahr der Frühgeburt durch Scheideninfektionen. Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich 29(4): 151-151.
  18. MSD Manual. Bakterielle Vaginose (BV). Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  19. MSD Manual. Bakterielle Vaginose (BV). Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  20. Holzer I (2019) Gefahr der Frühgeburt durch Scheideninfektionen. Journal für Gynäkologische Endokrinologie/Österreich 29(4): 151-151.
  21. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Beschwerden in der Schwangerschaft: Ausfluss. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  22. Jahn-Zöhrens U (2011) Entspannt erleben. Schwangerschaft und Geburt. Trias Verlag, Stuttgart, 1. Auflage.
  23. Stiefel A, Brendel K, & Bauer N (2020) Hebammenkunde. Thieme, Stuttgart, 6. Auflage.
  24. Stiefel A, Brendel K, & Bauer N (2020) Hebammenkunde. Thieme, Stuttgart, 6. Auflage.
  25. Stiefel A, Brendel K, & Bauer N (2020) Hebammenkunde. Thieme, Stuttgart, 6. Auflage.
  26. Berufsverband der Frauenärzte e.V. (2016) Zuckerarme Ernährung senkt Risiko für Scheidenpilz-Erkrankungen. Zuletzt abgerufen: 19.03.2023.
  27. Norddeutscher Rundfunk (2020) Seife: Wie gut ist sie für die Haut? Zuletzt abgerufen: 05.04.2023.
  28. Berufsverband der Frauenärzte e.V. (2020) Unterwäsche und Hygieneverhalten: Wie Frauen Scheidenpilz vorbeugen. Zuletzt abgerufen: 05.04.2023.
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