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      Schwangerschaftsdiabetes: Testen, vorbeugen und behandeln

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      Schwangerschaftshormone wie Östrogen und Gestagen können auch Einfluss auf den Stoffwechsel haben. Ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt, können Schwangere kostenfrei im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche testen lassen. Doch auch schon vorher kann mit einer gesunden Lebensweise und Ernährung einer Schwangerschaftsdiabetes vorgebeugt werden. Lies hier mehr über Ursachen, Vorbeugung und Behandlung von Diabetes während der Schwangerschaft und dessen mögliche Auswirkungen auf dich und dein Baby.

      Nach jüngsten Statistiken wird heute bei circa 4-5 % der Schwangeren in Österreich ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt. Die Diagnose erfolgt in den meisten Fällen im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchen. Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche haben Schwangere die Möglichkeit, einen kostenfreien Diabetestest durchführen zu lassen. Dieses Screening umfasst ein zweistufiges Testverfahren und besteht aus einem einfachen Vortest, dem nur bei auffälligem Ergebnis ein aufwendigerer zweiter Test folgt, der sogenannte orale Glukosetoleranztest.
      Bestätigt der zweite Test die Schwangerschaftsdiabetes, erfolgt die weitere Betreuung durch qualifiziertes medizinisches Personal. Bereits vor dem eigentlichen Test ist es jedoch wichtig, sich durch eine gesunde Lebensweise selbst aktiv vor Schwangerschaftsdiabetes zu schützen. Doch wie entsteht eigentlich Schwangerschaftsdiabetes und welche Maßnahmen zur Vorbeugung gibt es?

      Wie entsteht Schwangerschaftsdiabetes?

      Das Hormon Insulin ist dafür verantwortlich, den überschüssigen Zucker zu verstoffwechseln, den der Körper nicht braucht. Wenn in der Schwangerschaft der Zuckerstoffwechsel aus dem Lot gerät, können die Hormone die Übeltäter sein. Denn Schwangerschaftshormone wie Östrogen, Plazenta-Laktogen und Gestagene beeinflussen auch den Energiestoffwechsel. Gerade ab der 2. Hälfte der Schwangerschaft können sie die Insulin-Produktion empfindlich stören. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel steigt an, es kommt zum sogenannten Schwangerschaftsdiabetes.

       

      Schwangerschaftsdiabetes tritt vor allem im letzten Trimester der Schwangerschaft auf.

      Dr. Irmingard Demitsch, Aptaclub Elternservice


      Besonders anfällig für Schwangerschaftsdiabetes sind beispielsweise übergewichtige Frauen, Mütter, die bereits in einer früheren Schwangerschaft Diabetes hatten, Schwangere über 30 und Frauen, bei denen Diabetes mellitus in der Familie vorliegt. Spätestens nach der Geburt verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes aber auch schnell von selbst, sobald sich der Hormonhaushalt wieder einpendelt.
       

      Wie wirkt sich Schwangerschaftsdiabetes aus?

      Schwangerschaftsdiabetes sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bleibt sie unerkannt, kann es langfristig einen zu hohen Blutdruck kommen. Er erhöht das Risiko einer Harnwegs- oder Scheidenentzündung, was wiederum vorzeitige Wehen auslösen kann. Zudem sind Kinder diabetischer Personen deutlich schwerer bei der Geburt. Denn ein erhöhter Blutzuckerspiegel der Schwangeren erhöht auch den Blutzuckerspiegel des Babys, sodass das dieses kontinuierlich zunimmt. Man spricht hier von der sogenannten „Zuckermast". Überdurchschnittlich schwere Neugeborene haben wiederum ein erhöhtes Risiko, im Erwachsenenalter an Übergewicht zu leiden oder an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Aber keine Sorge – eine Schwangerschaftsdiabetes ist sehr gut zu behandeln und du kannst selbst sehr wirksam vorbeugen.

      Wie kannst du eine Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen?

      Die wirksamste Maßnahme gegen Schwangerschaftsdiabetes – egal ob du selbst zur Risikogruppe gehörst oder nicht – ist eine optimale Ernährung in der Schwangerschaft. Ernähre dich gesund und ausgewogen und sprich, wenn du unsicher bist, mit deiner Hebamme oder einer Diätolog*in. Wenn du übergewichtig bist und einen Kinderwunsch hast, solltest du schon vor der Empfängnis abnehmen, denn während der Schwangerschaft sind Diäten tabu. Schon einige Pfunde weniger können das Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, deutlich senken. Bist du bereits schwanger und hast Übergewicht, so wäre es ideal, bis zur Geburt nicht mehr als 7 - 11,5 Kilogramm zuzunehmen.

      Was tun wenn Schwangerschaftsdiabetes festgestellt wird?

      Auch wenn bei dir bereits ein erhöhter Blutzuckerspiegel festgestellt wurde, solltesr du auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten, um deine Diabetes unter Kontrolle zu halten. Das ist sehr wichtig, auch wenn die meisten Babys von Schwangeren mit Schwangerschaftsdiabetes gesund zur Welt kommen. Deine Ärzt*in wird dich dazu beraten.

      Mit der richtigen Ernährung ist der Blutzucker schon bei 85 Prozent aller Schwangerschaftsdiabetiker*innen gut eingestellt. Nur bei ca. 15 Prozent ist zusätzlich eine Insulinbehandlung erforderlich. Deine Ärzt*in wird dir außerdem ausreichend Bewegung empfehlen.

       

       

      Ideale Sportarten für Schwangere

      Sport in der Schwangerschaft, wie 30 Minuten leichtes Ausdauertraining, wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.

      Eine gesunde Ernährung reguliert wirksam den Blutzuckerspiegel

      Du kannst Schwangerschaftsdiabetes mit der richtigen Ernährung aktiv entgegensteuern. Vor allem solltest du konsequent zuckerhaltige Lebensmittel meiden. Kohlenhydratreich zu essen ist in Ordnung. Du solltest dabei aber eher zu ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornbrot, Getreideflocken, Naturreis, Vollkornnudeln, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst greifen. Diese werden langsamer verdaut, sodass die enthaltenen Kohlenhydrate verzögert ins Blut gelangen. Dagegen lassen ballaststoffarme Getreideprodukte wie z.B. Weißbrot den Blutzucker hochschnellen und sollten deshalb vom Speiseplan gestrichen werden. Empfehlenswert ist es außerdem, die kohlenhydrathaltigen Lebensmittel auf 5 bis 6 kleine Mahlzeiten zu verteilen. So kannst du den Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten begrenzen. Schau direkt in unserer Rubrik zur Ernährung und entdecke Tipps und Tricks für die optimale Ernährung in der Schwangerschaft.

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